31. Mai 2019 in Mainz – Erckmann-Chatrian: zweisprachige Lesung Deutsch/Französisch organisiert vom Calambac Verlag – Mainzer Minipressen-Messe (MMPM) 2019 (Leusng)


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Datum/Zeit
Date(s) - 31/05/2019
18:00 - 18:30

Veranstaltungsort
Rheingoldhalle

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„Mein Fernrohr schaltet die praktischen Menschen aus und gibt den Denkern die ihnen gebührende Überlegenheit zurück: Es materialisiert die Ideen und macht sie so der Masse direkt zugänglich.“

Ma lunette supprime les hommes pratiques et restitue aux idéologues la supériorité qui leur est due: elle matérialise les idées et les met en communication directe avec les masses.“

Emile Erckmann (1822- 1899) und Alexandre Chatrian (1826-1890) bildeten während vieler Jahrzehnte ein bekanntes Duo, das unter dem Namen Erckmann-Chatrian Berühmtheit erlangte. Gebürtig in Lothringen, begannen sie ihre kongeniale Zusammenarbeit während des Studiums. Erckmann übernahm den redaktionellen Teil und Chatrian zeichnete für die Edition verantwortlich. Erste Erfolge erzielten Erckmann-Chatrian zwischen 1856 und Anfang der 1860er Jahre mit phantastischen Erzählungen, die in verschiedenen Pariser Zeitungen erschienen, wie z.B. Le bourgmestre en bouteille (1856), Requiem du corbeau (1856), Le Cabaliste Hans Weinland (1860) und der phantastische Kurzroman Hugues-le-Loup (1860). All diese Geschichten lassen häufig etwas in der Realität latent Vorhandenes kurzfristig auftauchen und entlarven so die heile Welt des Alltags. Das Unheimliche, das genauso schnell auftaucht, wie es wieder verschwindet, ist oft das Tier im Menschen. Ab 1885 entzweiten sich die beiden zunehmend wegen Urheberrechts- und Honorar-Angelegenheiten. Die Auseinandersetzungen mündeten schließlich in einen Zivilprozess, der wegen Chatrians Tod aber letztlich nicht mehr entschieden wurde. Nach dem Entzug der Aufenthaltsgenehmigung durch die deutschen Behörden ließ sich Erckmann bis zu seinem Tod in Lunéville nieder.

Veranstaltungsort:
Rheingoldhalle
Rheinstraße 66
55116 Mainz