31. Januar 2018 in Düsseldorf – Anna Real und Christoph Wenzel präsentieren ihre Werke (Gespräch)


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Datum/Zeit
Date(s) - 31/01/2018
19:30 - 21:30

Veranstaltungsort
onomato künstlerverein e.V.

Kategorien


Poetische Begegnungen Anna Real trifft Christoph Wenzel
19:30 Uhr
onomato künstlerverein
Birkenstraße 97
40233 Düsseldorf
Eintritt 3,-/2,- Euro
Mitglieder frei

Anna Real, Jahrgang 1949, viele Jahre lang Leiterin der Literaturwerkstatt in Essen, hat das eigene lyrische Schreiben vergleichsweise spät entdeckt. Umso erstaunlicher ist die Sicherheit ihres lyrischen Tons, der feste Stand ihrer Bilder, der gleichwohl mitten in einem angedeuteten erzählenden Rahmen überraschende Spielräume öffnen kann quer durch die Zeiten ebenso wie vom Außenbild zur inneren Bewegung, um wiederum ein neues Bild zu entwerfen. Gemälde wie die von Caspar David Friedrich, Kindheitserinnerungen, fremde Städte und Orte, ungewöhnliche Begegnungen können Auslöser dieser Bilder sein.
Christoph Wenzel, 1978 geboren in Hamm und seit geraumer Zeit in Aachen, ist längst nicht mehr nur im Rheinland und im Ruhrgebiet kein Unbekannter mehr, hier aber aus guten Gründen: besonders in seinen poetischen Piktrogrammen aus dem Ruhrgebiet – im Lyrikband »weg vom fenster«, 2012 – hat er es verstanden, die spezifische Atmosphäre des Ruhrpotts aus gewesener Industrielandschaft, Bergbau und Alltag zu treffen, indem er die Stereotype über ihn schräg stellt und verrückt, um sie in lakonische Momentaufnahmen zu stanzen. Sie bleiben auch deshalb lebhaft in Erinnerung, weil Wenzel die typischen Sprachidiome der Region gegen den Strich bewegt und überraschend, witzig, immer aber erhellend neu auflädt. Andere poetische Verfahren kommen wiederum in seinem jüngsten Band »lidschluss«, Wien 2015 zum Zuge.
Die Begegnung einer Poetin aus Essen mit einem Poeten aus Aachen, beide also aus der Region, verspricht für das Publikum eine Begegnung mit Bildwelten, die gerade in ihrer umrissenen Verortung diese Orte weit übersteigen.
»(…) unvollständig ist der lidschluss der vorhänge: zwischen den hirnhälften balanciert der halbmond auf dem balken, eine lichtschranke,
Christoph Wenzel aus „sleep.exe, II“
Kein Stillleben wird uns gerecht. Wir fürchten den Schnappschuss. Zwischen Blitz und Blitz verwischen wir Spuren.
Anna Real aus „Stille Post. Caspar David Friedrich im Museum Folkwang“

Quelle: Literaturstadt Düsseldorf

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