17. Oktober 2017 in Berlin – Geoffroy de Lagasnerie und Édouard Louis sprechen im Rahmen der Reihe „Fearless Speech“ über „Gewalt zur Gerechtigkeit“ (Vortrag)


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Datum/Zeit
Date(s) - 17/10/2017
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Hau Hebbel am Ufer

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Vortrag
Dienstag, 17.10.2017, 19:00 Uhr

HAU

Stresemannstraße 29
10963 Berlin

Im Rahmen der Reihe »Fearless Speech«
Geoffroy de Lagasnerie und Édouard Louis diskutieren über »Gewalt zur Gerechtigkeit«
Moderation: Séverine Marguin

Geoffroy de Lagasnerie
Verurteilen – Der strafende Staat und die Soziologie

Inhalt

Über mehrere Jahre hat Geoffroy de Lagasnerie den Verhandlungen in einem Pariser Gericht beigewohnt. Er beobachtete, wie Menschen wegen Raub, Mord, Vergewaltigung oder Körperverletzung angeklagt und verurteilt wurden. Ausgehend von dieser eindringlichen Erfahrung, setzt er zu einer großen Reflexion über den strafenden Staat, die Macht und die Gewalt an. Wie lassen sich dieses System der Repression und seine Kategorien verstehen?

Im Herzen des liberalen Rechtsstaats und seiner Idee der Gerechtigkeit entdeckt de Lagasnerie ein Paradox: Um jemanden verurteilen zu können, muss eine individualistische Erklärung der Tat und ihrer Ursachen kreiert werden; aber zugleich wird jede Straftat als Aggression gegen die »Gesellschaft« und den »Staat« aufgefasst. Das Recht wird als die Herrschaft der Vernunft präsentiert – und produziert zugleich Deprivationen und Traumata. In einer mitreißenden Mischung aus Erzählung und theoretischer Analyse zeigt de Lagasnerie, dass die Justiz mehr ist als eine Antwort auf das Verbrechen: Die Szene des Tribunals ist ein Spiegel unseres Verhältnisses zum Staat und damit unseres Status als politisches Subjekt.

Quelle: Suhrkamp Verlag/Insel Verlag

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