14. Juni 2026 in Berlin – Valzhyna Mort spricht im Rahmen des „Poesiefestival Berlin 2026“ zu „Berliner Rede zur Poesie“ (Vortrag)


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Datum/Zeit
Date(s) - 14/06/2026
19:00 - 20:00

Veranstaltungsort
silent green Kulturquartier, Kuppelhalle

Kategorien


VORTRAG
Valzhyna Mort
Sonntag, 14.06.2026, 19:00
silent green
Kuppelhalle
Gerichtstraße 35
13347 Berlin
Deutschland
Im Rahmen des »Poesiefestival Berlin 2026«
Valzhyna Mort hält die »Berliner Rede zur Poesie«
Eintritt:
€ 12,- / erm. € 9,-

Weitere Informationen zur Veranstaltung:
https://www.hausfuerpoesie.org/de/programm/berliner-rede-zur-poesie-2026

Valzhyna Mort
Musik für die Toten und Auferstandenen
Gedichte
Aus dem Englischen und dem Weißrussischen übersetzt von Katharina Narbutovič und Uljana Wolf

Eine pointierte, harte, rhythmische Diktion zeichnet Valzhyna Morts Poesie aus. Ihr Ton hat etwas Unerbittliches. Mit Belarus, dem Land ihrer Herkunft, in dem die Stille auch die Stille ist, die über Gräberfeldern liegt, wird sie nicht fertig. In einer Stadt aufgewachsen zu sein, in der »Straßen die Namen von Mördern« tragen – das kontaminiert die Erinnerung. Nur weil man »sie mal mit einem Skalpell in der Hand gesehen hat, glauben manche schon, dass die Zeit Wunden heilt«.
Lyrik-Empfehlungen 2022
SWR-Bestenliste

Valzhyna Mort
Kreuzwort
Gedichte
Aus dem Englischen von Uljana Wolf und Katharina Narbutovič

Das Hafenlicht − ein Ausschlag auf der Berggegend.

Nacht, sagt er, ist der schwarze Humor des Tages −

Zuerst hast du Angst

aber bei Morgenanbruch

bring ich dich zum Lachen
Nach ihrem gefeierten Band Tränenfabrik (2009) legt die weißrussische Lyrikerin ihre erste auf Englisch verfasste Gedichtsammlung vor. Sie schreibt ihre von Hunger und Verlust gezeichnete Familiengeschichte fort. Doch stärker als früher, dringlicher, aggressiver setzt sie auf Themen wie Lust, Gewalt, Fremdheit und Einsamkeit. Mit spürbarer Freude am Bearbeiten frischer Sprachmaterie erkundet sie eine in ständiger Verwandlung begriffene Welt, deren harte, strahlende Grenze aus Licht, Wasser, Sand geformt ist. Viele Gedichte umkreisen das Wesen der Sprache, hinterfragen die Autorität jener Instanzen, die entscheiden, wer spricht und wie er das tut.

Valzhyna Mort
Tränenfabrik
Gedichte
Aus dem Weißrussischen von Katharina Narbutovic

Valžyna Mort, 1981 in Minsk in der damaligen Sowjetunion geboren, hat erst als Jugendliche Weißrussisch gelernt. Sie, die eigentlich Sängerin werden wollte, entdeckte die politisch umkämpfte Sprache als Instrument des lyrischen Ausdrucks – und macht sie zum Thema ihrer aggressiven Balladen und militanten Litaneien. Von der Kindheit in einem Land voller Angst bis zu den Reisen nach Berlin und New York folgen die Gedichte den Stationen ihres Lebens. Lakonie wechselt ab mit zornigem Pathos. Mort experimentiert mit den Formen Kinderlied, Oper, Agitprop-Gedicht („Und wieder liegt in der Jahres- / bilanz die Tränenfabrik/ ganz vorn.“) und erzielt surrealistische Effekte („wie ein erstarrter blitz/steht eine tulpe/auf meinem bett“). Sie ist die stärkste lyrische Stimme aus einem verschlossenen Land.

Quelle: Suhrkamp Verlag/Insel Verlag

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