08. Oktober 2017 in Essen – Annie Ernaux präsentiert im Rahmen der „lit.RUHR“ ihr Werk und Mariele Millowitsch liest aus „Die Jahre“ (Lesung)


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Datum/Zeit
Date(s) - 08/10/2017
17:00 - 19:00

Veranstaltungsort
UNESCO-Welterbe Zollverein, Halle 6, Areal A

Kategorien


Lesung
Sonntag, 08.10.2017, 17:00 Uhr

UNESCO-Welterbe Zollverein
Halle 6
Areal A

Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen

Im Rahmen der »lit.RUHR«
Annie Ernaux stellt ihr aktuelles Buch Die Jahre vor
Deutsche Lesung: Mariele Millowitsch
Moderation: Carine Debrabandère
Eintritt:

VVK zzgl. Gebühren € 18,- / erm. € 14,-
AK €25,- / erm. € 21,-

Annie Ernaux
Die Jahre

Inhalt

Das Schwarz-Weiß-Foto eines Mädchens in dunklem Badeanzug auf einem Kieselstrand. Im Hintergrund eine Steilküste. Sie sitzt auf einem flachen Stein, die kräftigen Beine ausgestreckt, die Arme auf den Felsen gestützt, die Augen geschlossen, den Kopf leicht zur Seite geneigt. Sie lächelt. Ein dicker brauner Zopf fällt ihr über die Schulter, der andere verschwindet hinter ihrem Rücken. Offensichtlich imitiert sie die Pose der Filmstars aus Cinémonde oder aus der Werbung für Ambre-Solaire-Sonnenmilch und will so ihrem demütigend unreifen Kleinmädchenkörper entfliehen. Auf ihren Schenkeln und Oberarmen zeichnet sich der helle Abdruck eines Kleides ab, ein Hinweis darauf, dass ein Ausflug ans Meer für dieses Kind eine Seltenheit ist. Der Strand ist menschenleer. Auf der Rückseite: August 1949, Sotteville-sur-Mer.

Kindheit in der Nachkriegszeit, Algerienkrise, die Karriere an der Universität, das Schreiben, eine prekäre Ehe, die Mutterschaft, de Gaulle, das Jahr 1968, Krankheiten und Verluste, die so genannte Emanzipation der Frau, Frankreich unter Mitterrand, die Folgen der Globalisierung, die uneingelösten Verheißungen der Nullerjahre, das eigene Altern. Anhand von Fotografien, Erinnerungen und Aufzeichnungen, von Wörtern, Melodien und Gegenständen vergegenwärtigt Annie Ernaux die Jahre, die vergangen sind. Und dabei schreibt sie ihr Leben – unser Leben, das Leben – in eine völlig neuartige Erzählform ein, in eine kollektive, »unpersönliche Autobiographie«.

Geschichte ihrer selbst, Gesellschaftsporträt, universelle Chronik: Annie Ernaux hat ein melancholisches Meisterwerk der Gedächtnisliteratur geschrieben und einen schillernden roman total.

Quelle: Suhrkamp Verlag/Insel Verlag

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