08. Juni 2017 in Hamburg – Diedrich Diederichsen und Sonja Eismann sprechen über „Pop und Theorie – Neue Unmittelbarkeiten?“ (Gespräch)


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Datum/Zeit
Date(s) - 08/06/2017
19:15 - 21:15

Veranstaltungsort
GOLEM

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Gespräch
Donnerstag, 08.06.2017, 19:15 Uhr

Golem

Große Elbstraße 14
22767 Hamburg

Diedrich Diederichsen und Sonja Eismann im Gespräch zum Thema
»Pop und Theorie – Neue Unmittelbarkeiten?«

Diedrich Diederichsen
Körpertreffer – Zur Ästhetik der nachpopulären Künste

Verstörung, Verführung, Weltverlust

Erst seit den 1960er Jahren widmen sich die Künste gezielt der technischen Klang- und Bildaufzeichnung. Wo vorher nur Slapstick und Surrealismus war, schießen nun Genres in großer Zahl aus dem Boden. Als behäbig erweist sich dabei eine Kulturkritik, die immer noch versucht, die Filme der Nouvelle Vague, das Cinéma Vérité, Punk, HipHop, Heavy Metal und Minimalismus, Fluxus, Performance Art, Pop Art, Nouveau Réalisme, Arte Povera, Soul-Musik und Concept Art entlang der Unterscheidung von E und U zu sortieren – als entweder hohe oder populäre Künste.
In seinen Adorno-Vorlesungen zeigt Diedrich Diederichsen, dass ihr Gemeinsames viel entscheidender ist: das Bemühen, den verstörenden Effekt der Aufzeichnung und Wiedergabe von Körpern, Stimmen und anderen Realweltsplittern einzuarbeiten, zu verstärken, umzuleiten, der Kunst anzupassen oder die Kunst um den – sei es aggressiven oder zärtlichen – Effekt herum zu entwickeln. Im Lichte dieser Effekte von Phonographie und Photographie müssen alte Unterscheidungen über Bord geworfen und auch die Folgen von Kunst neu gedacht werden – egal, ob man Kinder schützen oder Erwachsene politisieren will.

Quelle: Suhrkamp Verlag/Insel Verlag

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