07. September 2017 in Berlin – Marion Poschmann liest aus „Die Kieferninseln“ und Thomas Macho präsentiert „Das Leben nehmen“ (Lesung)


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Datum/Zeit
Date(s) - 07/09/2017
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Literarisches Colloquium Berlin

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Studio LCB: Das Risiko der Existenz
Lesung: Marion Poschmann und Thomas Macho
Gesprächspartner: Günter Figal
Moderation: Maike Albath

Die Lyrikerin und Romanautorin Marion Poschmann hat für Zwischenstadien etwas übrig. Ihre Helden befinden sich oft in „Biographielöchern“ und müssen sich ihrer Selbst gewahr werden. In »Schwarzweißroman« (2005) droht sich die Hauptfigur in der russischen Industriewüste von Magnitogorsk inmitten gigantischer Industrieanlagen zu verlieren und in »Die Sonnenposition« (2013) gerät die Selbstgewissheit eines Psychiaters durch seine Patienten immer mehr ins Schwanken. Ähnliches gilt auch für Gilbert Silvester, den Helden ihres neuen Romans »Die Kieferninseln« (Suhrkamp Verlag). Der von Drittmitteln alimentierte Forscher träumt eines Nachts, dass ihn seine Ehefrau betrügt, wirft sein Leben über den Haufen und nimmt ein Flugzeug nach Japan. Dort geraten ihm die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Bashō in die Hände, den er beim Wort nimmt. Er begibt sich auf eine Pilgerroute und stößt auf den »Complete Manual of Suicide«. Wie sich der Suizid in der Moderne entwickelt, untersucht der Philosoph und Kulturwissenschaftler Thomas Macho in seinem neuen Buch »Das Leben nehmen« (Suhrkamp Verlag). Mit Marion Poschmann und Thomas Macho diskutiert der Philosoph Günter Figal.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 28. Oktober 2017, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen (http://www.deutschlandradio.de/frequenzen-suchen.212.de.html) und Livestream (http://www.deutschlandradio.de/radiohoeren-auf-deutschlandradio-de.219.de.html)
Eintritt 8 € / 5 €

Deutschlandfunk – Ein Programm von Deutschlandradio

Quelle: Literarisches Colloquium Berlin
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Studio LCB mit Marion Poschmann & Thomas Macho

Lesung
Donnerstag, 07.09.2017, 20:00 bis 22:00 Uhr

LCB

Am Sandwerder 5
14109 Berlin

»Das Risiko der Existenz«
Marion Poschmann liest aus ihrem neuen Roman Die Kieferninseln
Thomas Macho liest aus Das Leben nehmen
Gesprächspartner: Günter Figal
Moderation: Maike Albath
Eintritt:

€ 8,- / erm. € 5,-

Marion Poschmann
Die Kieferninseln – Roman

SWR-Bestenliste
Inhalt

Gilbert Silvester, Privatdozent und Bartforscher im Rahmen eines universitären Drittmittelprojekts, steht unter Schock. Letzte Nacht hat er geträumt, dass seine Frau ihn betrügt. In einer absurden Kurzschlusshandlung verlässt er sie, steigt ins erstbeste Flugzeug und reist nach Japan, um Abstand zu gewinnen. Dort fallen ihm die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Basho in die Hände, und plötzlich hat er ein Ziel: Wie die alten Wandermönche möchte auch er den Mond über den Kieferninseln sehen. Auf der traditionsreichen Pilgerroute könnte er sich in der Betrachtung der Natur verlieren und seinen inneren Aufruhr hinter sich lassen. Aber noch vor dem Start trifft er auf den Studenten Yosa, der mit einer ganz anderen Reiselektüre unterwegs ist, dem Complete Manual of Suicide.
Die Kieferninseln ist ein Roman von meisterhafter Leichtigkeit: tiefgründig, humorvoll, spannend, zu Herzen gehend. Im Teeland Japan mischen sich Licht und Schatten, das Freudianische Über-Ich und die dunklen Götter des Shintoismus. Und die alte Frage wird neu gestellt: Ist das Leben am Ende ein Traum?

Thomas Macho
Das Leben nehmen – Suizid in der Moderne

Wem gehört mein Leben?

»Der Selbstmord«, schrieb Walter Benjamin in seinem Passagen-Werk, erscheint »als die Quintessenz der Moderne«. Und in der Tat: Nachdem der Versuch, sich das Leben zu nehmen, über Jahrhunderte als Sünde oder Ausdruck einer psychischen Krankheit betrachtet, in einigen Ländern sogar strafrechtlich sanktioniert wurde, vollzieht sich seit dem 20. Jahrhundert ein tiefgreifender Wandel, der zur Entstehung einer neuen Sterbekultur beigetragen hat. Der eigene Tod gilt immer häufiger als »Projekt«, das vom Individuum selbst zu gestalten und zu verantworten ist. Wer sich das Leben nimmt, will es nicht mehr nur auslöschen, sondern auch ergreifen und ihm neue Bedeutung geben.

Thomas Macho erzählt die facettenreiche Geschichte des Suizids in der Moderne und zeichnet dessen Umwertung in den verschiedensten kulturellen Feldern nach: in der Politik (Suizid als Protest und Attentat), im Recht (Entkriminalisierung des Suizids), in der Medizin (Sterbehilfe) sowie in der Philosophie, der Kunst und den Medien. Er geht zurück zu den kulturellen Wurzeln des Suizids, liest Tagebücher, schaut Filme, betrachtet Kunstwerke, studiert reale Fallgeschichten und zeigt insbesondere, welche Resonanzeffekte sich zwischen den unterschiedlichen Freitodmotiven ergeben. Seine Diagnose: Wir leben in zunehmend suizidfaszinierten Zeiten.

Quelle: Suhrkamp Verlag/Insel Verlag

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