05. Oktober 2022 in Berlin – Michael Leetz präsentiert vor Ort und im Netz Andrej Platonow’s „Der makedonische Offizier“ (Lesung und Gespräch)


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Datum/Zeit
Date(s) - 05/10/2022
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Max-Lingner-Haus

Kategorien


Achtung: Diese Veranstaltung findet auch online statt!

LESUNG – vor Ort sowie im Livestream
Andrej Platonow
Mittwoch, 05.10.2022, 19:00
Max-Lingner-Stiftung
Beatrice-Zweig-Str. 2
13056 Berlin
Deutschland
Lesung und Gespräch zu Andrej Platonows Der makedonische Offizier
Es liest Michael Leetz
Moderation: Thomas Möbius
Eintritt:
€ 3,- / erm. € 1,50

Zum Livestream:
https://www.youtube.com/watch?v=ax8MFmw2BWs&feature=youtu.be

Weitere Informationen zur Veranstaltung:
https://www.max-lingner-stiftung.de/programm-mlh/aktuell

Andrej Platonow
Der makedonische Offizier
Aus dem Russischen und mit einem Nachwort von Michael Leetz

Wie viele Platonow-Helden hat auch Firs, der makedonische Offizier, nicht aufgehört, über das Leben zu staunen. Er ist ein Suchender, der die Schrecken der Existenz am eigenen Leibe erfährt und seine untergründige Traurigkeit nicht los wird. Im geheimen Auftrag Alexanders des Großen lebt er seit einigen Jahren in einem fernen asiatischen Reich. Es erstreckt sich in einem gewaltigen blauen Tal, eingeschlossen von einem »Himmelsgebirge«, dessen Wände »undurchdringlich sind für den Wind und für die Freiheit«. Statt das Bewässerungsprojekt für den dortigen Despoten durchzuführen, bereitet er einen Aufstand gegen ihn vor.

»Nicht zur Veröffentlichung bestimmt«, heißt es in einer Akte des sowjetischen Geheimdiensts über Andrej Platonow und sein Romanprojekt »Der makedonische Offizier«. Zwischen 1932 und 1936 entstanden, blieb es Fragment und wurde erst Mitte der neunziger Jahre in Russland veröffentlicht. Der dichte Text enthält nicht nur die schärfste Kritik an Stalin, die Platonow jemals formulierte, sondern auch seine Vorahnung einer von Menschen verursachten globalen Katastrophe.

Andrej Platonow
Die glückliche Moskwa
Aus dem Russischen von Lola Debüser und Renate Reschke. Mit einem Nachwort von Lola Debüser

Eine junge Frau kommt Mitte der dreißiger Jahre nach Moskau, um ihr Glück zu suchen. Moskwa, »Tochter der Revolution«, ist ein starkes, prachtvolles Geschöpf, eine Fallschirmspringerin, der Wind ist ihr Element. Bei der Arbeit auf einer Metrobaustelle stürzt sie in den Schacht und verliert ein Bein. Ihrer Attraktivität tut dies keinen Abbruch. Bei zahllosen erotischen Abenteuern lernt sie Männer kennen – darunter einen Ingenieur, einen Chirurgen und einen aus der Gesellschaft ausgestoßenen Intellektuellen –, die sich unsterblich in sie verlieben. Für Moskwa ist Sex nur eine physiologische Notwendigkeit. Unter Glück versteht sie etwas anderes, etwas Zukünftiges. Zum Leben mit einem einzelnen Mann fühlt sie sich nicht geschaffen, und solange sie ihre Entsprechung, ihr Glückskorrelat noch nicht gefunden hat, gibt sie dem Alleinsein den Vorzug.

Die glückliche Moskwa, Platonows letzter, erst Anfang der neunziger Jahre entdeckter Roman, trägt unverkennbar symbolische Züge. Im Vergleich mit der Baugrube und Tschewengur fast traditionell und auf schreckliche Weise heiter geschrieben, verkörpert sich in seinen Figuren der martialische Untergang der Menschheitsutopie – zu einer Zeit, als das Leben laut Stalin »besser, fröhlicher« geworden war.

Andrej Platonow
Tschewengur
Die Wanderung mit offenem Herzen. Roman
Revidierte Übersetzung. Aus dem Russischen von Renate Reschke. Nachwort von Ingo Schulze und Dževad Karahasan

Nicht nur Die Baugrube, auch das zweite Hauptwerk Andrej Platonows, der Roman Tschewengur, durfte in der Sowjetunion nicht erscheinen. Er habe nichts anderes versucht, als den Anfang der kommunistischen Gesellschaft darzustellen, schreibt der Autor an den mächtigen Maxim Gorki. Das Buch, so die Antwort, sei inakzeptabel, denn die Helden würden nicht als Revolutionäre, sondern als komische Käuze und Halbverrückte wahrgenommen.

Don Quijote und Sancho Pansa durchstreifen die Steppe Südrusslands: Sascha Dwanow hat als Heizer an den Kämpfen der Roten Armee gegen die Weißen teilgenommen. Kopjonkin ist auf dem Ross »Proletarische Kraft« unterwegs, auf der Suche nach dem Grab Rosa Luxemburgs, in deren Namen er Heldentaten begehen will. Soll das, was ihnen unterwegs begegnet, die Verwirklichung der sozialistischen Idee sein? Erst nach der Trennung von Kopjonkin kommt Sascha auf die richtige Spur. In der Steppenstadt Tschewengur soll der Kommunismus bereits angebrochen sein.

Wie elf Bolschewiki und ihr Führer dort die Bourgeoisie vernichten und mit der bettelarmen Bevölkerung das Paradies aufbauen, wird als Geschichte eines gigantischen Scheiterns erzählt. Melancholie und Dunkelheit liegen über der Natur und der Stadt: »In die Tiefe der angebrochenen Nacht gingen ein paar Menschen aus dem Kommunismus ins Ungewisse.«

Quelle: Suhrkamp Verlag/Insel Verlag

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Andrej Platonow: Der makedonische Offizier – Prosa (eBook (EPUB), 2021) – Osiander.de
Andrej Platonow: Der makedonische Offizier – Prosa (Buch (Hardcover), 2021) – Osiander.de

Ebenso über den Verlag oder unsere Partnerbuchhandlung finden Sie „Die glückliche Moskwa – Roman“ und „Tschewengur – Die Wanderung mit offenem Herzen – Roman“ von Andrej Platonow! Weitere Erzählungen eines Autors, dessen Werke seiner Zeit im stalinistischen Russland weit voraus waren!

Verschiedene Medien bzw. Formate:
Andrej Platonow: Die glückliche Moskwa – Roman (eBook (EPUB), 2019) – Osiander.de
Andrej Platonow: Die glückliche Moskwa – Roman (Buch (Hardcover), 2019) – Osiander.de
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Andrej Platonow: Tschewengur – Die Wanderung mit offenem Herzen – Roman (Buch (Hardcover), 2018) – Osiander.de

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