01. Februar 2018 in Leipzig – Andreas Tretner, Sibylle Lewitscharoff und Gabriele Leupold sprechen über Literatur (Gespräch)


Lade Karte ...

Datum/Zeit
Date(s) - 01/02/2018
19:30 - 21:30

Veranstaltungsort
Literaturhaus Leipzig, Haus des Buches, Literaturcafé - Restaurant - Café - Bistro

Kategorien


Buchpräsentation
Donnerstag, 01.02.2018, 19:30 Uhr
Literaturcafé des Literaturhaus Leipzig
Haus des Buches
Gerichtsweg 28
04103 Leipzig
Sibylle Lewitscharoff und Gabriele Leupold im Gespräch mit Andreas Tretner
Eintritt:
frei

Andrej Platonow
Die Baugrube – Roman
Aus dem Russischen von Gabriele Leupold Mit einem Nachwort von Sibylle Lewitscharoff

SWR-Bestenliste
ORF-Bestenliste

Ein Schlüsselwerk und Hauptwerk der russischen Literatur

Am Rand einer großen Stadt heben Arbeiter eine riesige Grube aus, um ein »gemeinproletarisches Haus« zu errichten. Vom Kriegsinvaliden über den Handlanger bis zum Ingenieur bildet sich unter den freiwilligen Sklaven eine Hierarchie, die den sozialen Verhältnissen in Stalins Sowjetunion ähnelt. Mit Nastja, dem Waisenkind, das sich nach seiner bourgeoisen Mutter sehnt, ist der »neue Mensch« bereits unter ihnen. Doch am Ende wird es in der Baugrube beerdigt, dem kollektiven Grab, das sich die »Paradieserbauer« (Brodsky) geschaufelt haben.
Andrej Platonows Helden setzen alle ihre Kräfte ein, die glückliche Zukunft der Menschheit durch ihrer Hände Arbeit herbeizuführen – und werden doch von der Wucht dieser Aufgabe erdrückt: Sie versinken in Schwermut, leiden an Erschöpfung und Grübelsucht oder gehen zugrunde, weil es in der neuen Ordnung der Dinge keinen Platz mehr für sie gibt. Die Sprache kann mit dem utopischen Denken nicht Schritt halten, der Boden entgleitet ihr unter den Füßen.
Wie kein zweiter Autor lässt Platonow die Atmosphäre einer Epoche spüren, die voll war von Utopien und Prophezeiungen einer künftigen Welt. Die russische Revolution, die alle Bereiche des Lebens in diesem riesigen Land erfasste, der Kampf um einen »neuen Himmel und eine neue Erde«, findet in seinem Werk einen unerhörten Ausdruck.
Auf der Grundlage der 2000 in Sankt Petersburg erschienenen, erstmals edierten gültigen Originalausgabe hat Gabriele Leupold, gerühmt für ihre Übersetzungen von Andrej Belyjs Petersburg und Warlam Schalamows Erzählungen aus Kolyma, eine neue deutsche Fassung des als unübersetzbar geltenden Buches erarbeitet.

Quelle: Suhrkamp Verlag/Insel Verlag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.