Lesung mit den Autoren Artur Becker (Verden/Aller) und Tom Bresemann (Berlin). Anschließend Gespräch zum Thema „Schreiben in der Provinz – Schreiben in der Metropole“
Moderation: Anja Kümmel
Artur Becker 1968, geboren als Sohn polnisch-deutscher Eltern in Bartoszyce (Masuren), lebt seit 1985 in Deutschland. Schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Aufsätze, auch als Übersetzer tätig.Zu hören gibt es Auszüge aus seinem letzten Roman, Der Lippenstift meiner Mutter (2010), dem letzten Gedichtband, Ein Kiosk mit elf Millionen Nächten (2008), sowie neue Gedichte aus der aktuellen Nummer der Dresdner Literaturzeitschrift Ostragehege.
Über Der Lippenstift meiner Mutter: Der Lippenstift meiner Mutter katapultiert uns mitten hinein in das Herz von Masuren, in die kleine Stadt Dolina Róz und zu ihren Bewohnern: die rosenkranzbetenden Großmütterchen und die verruchte Dorfschönheit, der ehemalige Wehrmachtssoldat und die prügelnden Väter, eine stalinistische Dichterin, der warmherzige Schuster Herr Lupicki und natürlich die rebellierende Jugend, die verbotene Platten hört und Pläne für eine Revolution ausbrütet.
Über Ein Kiosk mit elf Millionen Nächten: Wenn die polnische Sprache der Kindheit des Autors sich mit der deutschen seines Erwachsenenseins verbindet, entsteht eine poetische Welt, die sich über beide erhebt. „Was für ein Wirbelsturm aus Worten und Noten! Artur Becker erzählt von Coney Island, von Baudelaire, von Rudolf, der sich die Haare kämmt, von Entwurzelung und Sehnsucht, vom Taumel der Sprache: ein Beatnik aus Europas Osten.“ (Stuttgarter Zeitung)
Tom Bresemann wurde 1978 in Berlin geboren. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er auch Veranstalter (Lettrétage) und Herausgeber (zuletzt: Der ideale Schmerz, Lyriklangspielplatte). Seine aktuellen Publikationen sind Berliner Fenster (Gedichte, Berlin Verlag 2011) und Kein Gesicht (Erzählung, SuKulTur 2012).
Über Berliner Fenster: Die direkte Bezugnahme auf den Infoscreen der Berliner U-Bahn, der diesen Namen trägt, erschließt sich schnell: eine Abfolge von kurzen Informationen zu Sport und Lokalereignissen sowie Eventhinweise und Werbespots – alles Referenzen, die auch Material der Gedichte sind, von den Kellern Neuköllns bis zur Straße des 17. Juni im Ausnahmezustand. „Bresemann gelingt es in seinen Gedichten, den Leser mitzunehmen auf diesen rastlosen Run durch die Bundeshauptstadt, die auch ein modernes Rom sein könnte. In jeder Pfütze nämlich spiegelt sich Geschichte, unmittelbare Vergangenheit wie auch weiter zurückliegende Epochen.“ (fixpoetry.com) „Hier betrachtet ein junger Dichter seine Generation und das absurde Weltgefüge von Vergnügungssucht und hemmungsloser Verschwendung mit sezierendem Blick.“ (Sächsische Zeitung)
{lang: 'de'}